Der Begriff Schädling – Definition und Einordnung

Der Begriff „Schädling“ definiert sich primär aus der menschlichen Perspektive und beschreibt Organismen, die in direkter Konkurrenz zu unseren wirtschaftlichen Interessen, unserer Gesundheit oder unserem Wohnkomfort stehen. Während in der Landwirtschaft oft Organismen gemeint sind, die Ernteerträge dezimieren, fokussiert sich der urbane Bereich – das klassische Einsatzgebiet des Kammerjägers – auf eine andere Klassifizierung.

Hier unterscheiden Experten zwischen Hygiene-, Vorrats- und Materialschädlingen sowie sogenannten Lästlingen. Diese Tiere dringen in den menschlichen Lebensraum ein, verunreinigen Nahrungsmittel, übertragen Krankheitserreger oder beschädigen Bausubstanz und Textilien. Ein Schädlingsbekämpfungsspezialist analysiert den Befall, bestimmt die Art und wählt spezifische Maßnahmen, um die Population zu kontrollieren oder zu entfernen.

Die folgende Liste umfasst die in Deutschland am häufigsten auftretenden Arten, die ein Eingreifen erfordern.

Typische Schädlingsarten in der professionellen Bekämpfung

Die Grafik zeigt eine Schabe, die stellvertretend für das Thema „Schädlinge“ steht.

#01 Schadnager (Nagetiere)

Die Gruppe der Schadnager bzw. Nagetiere, die als Schädlinge bezeichnet werden, verursacht in der Regel die größten (materiellen) Schäden, speziell durch Fraß an Kabeln oder Dämmmaterialien. Zudem stellen Schadnager ein hohes Hygienerisiko dar.

Wanderratten und Hausratten

Ratten Sie gelten als klassische Hygieneschädlinge, da sie Krankheitserreger übertragen und Vorräte durch Kot und Urin unbrauchbar machen. Eine frühzeitige und konsequente Rattenbekämpfung durch einen Spezialisten ist unabdingbar.

Hausmäuse

Aufgrund ihrer geringen Größe dringt die Hausmaus leicht in Gebäude ein, vermehrt sich rasant und beschädigt Vorräte sowie Inventar.

#02 Schaben

Schaben, mehrheitlich Kakerlaken, gehören zu den widerstandsfähigsten Hygieneschädlingen überhaupt. Da diese unter anderem Salmonellen, Tuberkulose und Schimmelsporen verbreiten, ist die rasche Schädlingsbeseitigung in Gastronomie (sowie allgemein im Lebensmittel produzierenden und verarbeitenden Kontext) absolute Pflicht. Dasselbe gilt hierbei selbstverständlich, wenn diese als Schädlinge in der Wohnung, bzw. im Privathaushalt auftreten.

Heimische Schabe

Die häufigste in Deutschland vorkommende Art. Sie ist an ihrer typischen ockergelben Färbung gut zu erkenn und von anderen Schabenarten zu unterscheiden

Orientalische Schabe

Die orientalische Schabe (Kakerlake) zeichnet sich durch ihre charakteristische dunkelbraune Färbung aus. Wie ihre Artgenossen liebt diese das Kühle und Feuchte. Entsprechend tritt diese Schädlingsart am ehesten dort auf, wo es kühl und feucht ist. Kommen dann noch Leckereien in Form von Lebensmittelresten hinzu, ist die Schaberei perfekt.

#03 Bettwanzen und Flöhe

Bettwanzen (Bed Bugs) und Flöhe sind Blutsauger. Sie befallen direkt den Menschen oder auch dessen Haustiere und verursachen starke körperliche sowie psychische Belastungen.

Bed Bugs: Sie verbergen sich tagsüber in Ritzen nahe dem Schlafplatz und saugen nachts Blut. Ein Bettwanzenbefall ist extrem hartnäckig und erfordert meist thermische oder chemische Verfahren.

Flöhe: Oft durch Haustiere eingeschleppt, befallen sie Teppiche und Polstermöbel und nutzen den Menschen als Wirt.

#04 Wespen und Hornissen

Obwohl Wespen und Hornissen einer wichtigen Funktion im Ökosystem nachkommen, stellen ihre Nester in unmittelbarer Haus- oder Wohnungsnähe eine Gefahr dar. Das gilt insbesondere für Kleinkinder, Kinder und Allergiker.

Die Deutsche Wespe sowie die Gemeine Wespe interessieren sich sehr für die menschlichen Lebensmittel. Wer kennt nicht diese Dauergäste namens Wespen, die sich nur allzu gern selbst zu Kaffee und Kuchen einladen – vornehmlich in der Sommerzeit.

Hornissen stehen unter Artenschutz. Eine Umsiedlung oder Beseitigung des Hornissennestes kann daher nur mit behördlicher Genehmigung und bei akuter Bedrohung, d. h. Gefährdung des Menschen erfolgen.

#05 Vorratsschädlinge

Diese Insekten befallen Lebensmittelvorräte wie Mehl, Getreide, Nüsse oder Trockenobst.

Lebensmittelmotten

Die Larven der (z. B.) Dörrobstmotte verunreinigen Lebensmittel mit Gespinsten und ihrem Kot. Das ist nicht nur ekelig, sondern auch ein gesundheitliches Risiko.

Käfer

Käfer, wie beispielsweise der Brotkäfer oder der Reismehlkäfer sind wahre Einbruchskünstler. Sie bohren sich selbst durch die festesten Verpackungen, um an die Lebensmittel ihrer Begierde zu gelangen.

#06 Materialschädlinge

Die Gruppe der sogenannten Materialschädlinge ernährt sich von organischem Materialien, wie Wolle, Pelz, Filz, Papier und Holz.

Kleidermotten

Die Larven der Motte fressen mit großer Vorliebe Löcher in Textilien aus Wolle oder Seide.

Teppichkäfer

Die Larven des Teppichkäfers (auch: Pelzkäfer) zerfressen Textilien, Teppiche und Felle.

Silberfische

Silberfischchen werden in der Regel als Lästlinge eingeordnet, die keine sonderlichen Schäden verursachen. Ihre Verwandten, die sogenannten Papierfischchen hingegen, können bei passender (d. h. hoher) Feuchtigkeit allerdings Paperakten, Unterlagen, Drucke und Bücher stark beschädigen.

#07 Holzschädlinge

Die sogenannten Holzschädlinge gefährden nicht selten die Statik von Gebäuden, indem sie z. B. verbautes Balkenholz in Dachstühlen zerstören.

Hausbock

Der Hausbock gilt als der schädlichste und damit gefährlichste Trockenholzschädling (für Nadelhölzer).

Gewöhnlicher Nagekäfer

Der gewöhnliche Nagekäfer, besser bekannt als »Holzwurm« befällt mit Vorliebe Möbel und feuchtes Bauholz.

#08 Tauben / Stadttauben

Tauben zählen im Kontext der Schädlingsbekämpfung in Berlin meist als Hygieneschädlinge. Ihr Kot beschädigt durch die darin enthaltenen ätzenden Stoffe massive Schädigungen an Fassaden, Dachfirsten, Fensterbänken und Denkmälern im urbanen Raum. Zudem liefern die Ausscheidungen der Tauben einen hervorragenden Nährboden für Sekundärschädlinge, hierzu zählen etwa Zecken und Milben.